CREALITY Ender3 pro – der preiswerte 3D-Drucker für den Modellbauer

In diesem Artikel stellen wir den 3D-Drucker CREALITY Ender 3 pro vor. Wir haben uns diesen populären 3D-Drucker vor einigen Monaten gekauft, um speziell sehr feine und filigrane Modelle für den Modellbau und das Tabletop-Gaming zu erstellen.

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Und weil dieser 3D-Drucker auch im Bekanntenkreis auf ein sehr großes Interesse gestoßen ist, stellen wir hier das Maschinchen einmal aus unserer Sicht vor.

CREALITY Ender 3

Wie ist denn der Ender 3 von CREALITY einzuordnen?. Es handelt sich hier um einen Low-Cost-3D-Drucker der für Preise zwischen 160 EUR (GEARBEST China-Versand) und 250 EUR (Amazon Europa-Versand) zu bekommen ist.

Wir haben unseren Drucker im Rahmen einer Sonderaktion bei 3Dprima in Schweden bestellt – Lieferzeit 2 Tage – . Insgesamt sind wir mit 3Dprima sehr zufrieden – ein Super Service und immer schnellste Lieferung!

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Für die Experten: Es ist der ENDER 3 pro – also die Version mit abnehmbarem Magnetbett und einigen anderen Optimierungen.wie z.B. einem verbesserten Filament-Hotend MK10 und einem Netzteil mit leiserem Lüfter.

Lieferumfang

Die Lieferung erfolgte direkt im stabilen Karton, in dem alle Teile sehr gut verpackt sind – da kann (fast) nix passieren.

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Und hier mal alle Teile auf dem Tisch.

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Es sind neben den Teilen zum Aufbau des Druckers auch alle benötigten Werkzeuge (Inbus-Schlüssel, Schraubendreher, Scrhaubenschlüssel, Spachtel und Zange) mit dabei. Zum Ausprobieren liegt als Druckmaterial 100g weißes PLA mit 1,75mm bei – das ist aber gerade mal für zwei oder drei kleine Testdrucke ausreichend. Also lieber da gleich mal noch ein gutes PLA-Filament mitbestellen. Wir haben dabei sehr gute Erfahrungen mit dem BASICFIL-Filament gemacht, das preisgünstig bei AMAZON erhältlich ist.

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Eine erste Inspektion der Bauteile des Ender 3 pro brachte ein zwar sauber verkabeltes Netzteil zum Vorschein, bei dem allerdings der arme Mensch am Fließband bei der Montage das Kabel zwischen Schalter und Kontaktleiste verklemmt hatte. Das Ergebnis war eine etwas ausgebeulte Kunststoffabdeckung am Gehäuse des Netzteils.

Das konnte so nicht bleiben und war durch Abschrauben des Schalters, sauberes Einlegen der Kabel und anschließendem erneutem Verschrauben des Schalters recht einfach zu beheben.

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Alle Schrauben und Kleinteile sind in sauber beschrifteten Beuteln verpackt. Hier zum Beispiel der Z-Limit End-Schalter:

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Der Zusammenbau

Es wird eine bebilderte Anleitung mitgeliefert, die den Zusammenbau bildhaft beschreibt. Für den Modellbauer sollten sich hier keine Probleme ergeben, zumal der aufwändigste Teil schon fertig montiert in der Kiste liegt. Die Elektronikbox und die Druckplatte samt Y-Achse sind zusammen mit dem Kabelbaum schon komplett vormontiert. Es muss hier später nur noch eine Feinjustage der Rollen der Druckplattenführung vorgenommen werden.

Weil die Displayplatine nur mit einem Blechwinkel befestigt wird, bleibt die Rückseite mit der Platine normalerweise  offen. Das geht in der Modellbau-Werkstatt natürlich nicht. Versehentliche Kurzschlüsse sind da ja auf Dauer vorprogrammiert.

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Daher haben wir mit unserem bereits vorhandenen 3D-Drucker (FlashForge Dreamer) ein Gehäuse für das Display des ENDER3 gedruckt. Ein paar Clips für die Kabelhalter sind bei der Gelegenheit auch gleich mitgedruckt worden.

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Das Gehäuse wird dann mit ein paar M3*12 Senkkopfschrauben an der Platine des Displays festgeschraubt. Die originalen Schrauben sind für das von mir gewählte Gehäuse zu kurz, es gibt aber auch Gehäuse bei denen man die originalen Schrauben wieder benutzen kann – das habe ich aber zu spät bemerkt.
https://www.thingiverse.com/thing:3092176

Egal, das Gehäuse passt und die passenden M3-Schrauben hatte ich ja im Fundus.Auf jeden Fall jetzt eine saubere Sache und ohne das Risiko eines versehentlichen Kurzschlußes an der offenen Platine.

Die gedruckten Kabelclips sind übrigens diese hier:
https://www.thingiverse.com/thing:2880021

Wie schon bei vielen andern Drucker ähnlicher Bauart, ist es sinnvoll das gesamte untere Gestell des Ender 3 nochmals sauber auszurichten. Dazu die Winkel prüfen und anschließend alle Schrauben am unteren Rahmen fest anziehen.

Statt des beigelegten Werkzeugs habe ich da lieber zu meinen WIHA Schraubendreher gegriffen – das ist dann doch ein wenig „ergonomischer“ als die simplen Winkelschlüsselchen – mit denen es aber auch gegangen wäre.

Nächster Schritt ist die Montage der beiden Profile für die Z-Achse. Damit diese später im rechten Winkel sind, empfiehlt sich bei der Montage der Einsatz eines ebensolchen Winkels zum Ausrichten.

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Wenn de Säulen hach dem Anziehen der Schrauben immer noch nicht im Winkel sind, kann man einfach mit ein wenig „Kraft“ die Teile „hinbiegen“.

Zum Abschluß wird das Netzteil montiert. Es schwebt ein wenig über dem Rahmen. damit das Kabel für die 24V Versorgung unten raus kann.

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Das höherwertige Netzteil des ENDER 3 pro ist von guter Qualität, es stinkt auch nicht so krass nach „China“ wie die ganz billigen Dinger. Der Kippschalter fühlt sich brauchbar an.

Es folgt die Montage der Z-Spindel und des dazugehörigen Schrittmotors. Da Motor wird an den Rahmen geschraubt, danach die Gewindespindel in den Verbinder gesteckt und ebenfalls verschraubt.

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Das ganze ist ein wenig fummelig weil die Löcher für die Schrauben schräg hinter dem Verbinder befinden. Hier ist ein langer Schraubendreher sehr hilfreich.

Nachfolgend kann man sehen, wie auch die Jungs von CREALITY Produktpflege betreiben. Der Serien-Extruder ist mittlerweile mit einem Messing-Gewindeeinsatz versehen und auch der Hebel zum Andrücken des Filamentes wurde verlängert. Er ist somit deutlich einfacher zu betätigen als die alte Version die noch an unserem CR10 verbaut war.

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Damit nach dem Einfädeln von Filament dieses von Hand gefördert werden kann, haben wir gleich noch diesen Drehgriff nachgerüstet. Ebenfalls ein Bauteil aus Thingiverse: https://www.thingiverse.com/thing:3176144

Und weil das Hotend jetzt noch so schön jungfräulich ist, haben wir hier auch gleich die mitgelieferte 0,4 Düse gegen eine mit 0,2 mm Durchmesser getauscht. Der Grund liegt darin, dass wir mit diesem Drucker vor allem kleine und leichte Bauteile drucken wollen.

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Die 0,2mm Düse ist als Creality Ersatzteil ebenfalls bei 3Dprima oder auch bei Gearbest erhältlich.

Es folgt die Montage der X-Achse. Hierzu muß der bewegliche Druckkopf auf das 20×20 Aluprofil aufgeschoben werden. Wenn das klemmt, dann einfach die Exzenterschrauben der Rollen ein wenig lösen bis sich der Druckkopf problemlos aufschieben lässt.

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Den Riemen für den Antrieb legt man am besten schon vorher in die Nut ein. Wenn man es so macht wie in der Anleitung wird es ein böses Gefummel, bis der Riemen unter den Druckkopfrollen durchgepfriemelt ist.

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Mit dem Rollenblock am Ende der X-Achse wird der Riemen dann gespannt. Hier darf ruhig ein wenig mehr Spannung draufgegeben werden, der Riemen sollte schon hinterher recht straff sitzen.

Das Einsetzen der X-Achse in die Säulen der Z-Führungen erfordert wieder ein wenig Fingerspitzengefühl. Wenn man es verkantet, geht es nicht. Also mit Geduld gleichmäßig auf beiden Seiten aufsetzen und dann beherzt nach unten schieben. Ggf. auch hier wieder die Rollen etwas lösen.

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Sobald die Rollen greifen, muß die Gewindestange der Z-Spindel in die Messingmutter eingeführt werden. Durch manuelles Drehen des Z-Schrittmotors kann so die Spindel in die Mutter gedreht werden.

Hier hilft es unter umständen, die beiden Schrauben mit denen die Z-Mutter befestigt ist, zu lösen. Das erleichtert das Eindrehen der Spindel in die Mutter. Danach gefühlvoll die beiden Schrauben wieder anziehen.

Hier der Blick auf den Montagezustand des Ender 3 Pro vor dem Aufschrauben des oberen Querträgers:

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Theoretisch soll man den Halter für die Filament-Rollen auf den oberen Querträger schrauben. Allerdings wird der Drucker dadurch sehr hoch. Außerdem verstärkt das Gewicht der Rolle die Schwingungen des Rahmens. Es hat sich daher bewährt, dei Filamentrolle seitlich zu montieren.

Das dafür erforderliche Zusatzteil wurde mit dem vorhandenen 3D-Drucker CR-10 erstellt. Es ist ebenfalls bei Thingiverse zu finden: https://www.thingiverse.com/thing:2967567

Gedruckt mit 3 Schalen und 60% Infill, damit es auch ausreichend stabil wird.

Montiert wird das ganze dann mit zwei Nutsteinen aus dem Ersatzteilpäckchen des Ender 3 hinten seitlich am Rahmen:

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Damit kann das Filament auf kürzestem Wege von der Rolle zum Extrudermotor geführt werden.

Um zu verhindern dass das Filament beim Abwickeln mit der gut geschmierten Z-Spindel in Berührung kommt, wurde noch diese einfache Filamentführung gedruckt. Sie ist eigentlich für den CR-10 gedacht, passt aber auch beim Ender 3. Zu finden unter https://www.thingiverse.com/thing:2186253

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Der Teflonschauch bekommt auch noch kleine Sicherungen, damit sich die Verbinder nicht wieder lösen können. https://www.thingiverse.com/thing:2994683

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Es gibt zwar Leute, die meinen dass das nicht nötig sei, aber sicher ist sicher

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Der letzte Schritt war die Justage der Rollen an allen Achsen. Die Einstellung erfolgt an den Rollen, die mit exzentrisch gelagerten Bolzen befestigt sind.
Diese Rollen sind daran erkennbar, dass Sie einen Sechskant-Schaft haben.

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Um die Rollen zu verstellen, muss der Sechskant nur im wenige Grad verdreht werden. Das dazu mitgelieferte 10er Maulschlüsselchen aus Blech ist zwar ausreichend, aber sehr kurz. Daher empfehle ich einen 10er Gabelschlüssel mit möglichst langen Griff zu verwenden. Damit wird das justieren deutlich einfacher. Am einfachsten kann man einfach ein 8er Alurohr über den Griff von Bleckschlüssel stecken und dieses so verlängern.

So schaut dann der fertig aufgebaute und einjustierte Ender 3 pro aus:

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Und dann habe ich mal die mitgelieferte STL-Date des Hundes für einen Düsendurchmesser von 0,2mm neu „gesliced“, da der mitgelieferte Beispiel- G-Code ja für eine 0,4er Düse gemach ist. Verwendet habe ich hier den CURA 3.6 Slicer

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Und da mich einige Fragen erreicht haben, hier noch ein Wort zur Wahl ob man den Ender 3 Pro oder den normalen Ender 3 kaufen soll:

In meinen Augen ist zumindest beim Kauf hier in Europa der Preisunterschied von ca. 30 EUR zwischen den beiden Modellen so gering, dass man zur PRO-Version des Ender 3 greifen sollte.
Man bekommt da nicht nur das Magnetbett sondern vor allem eine Vielzahl von kleinen Verbesserungen wie z.B. den besseren Extruder, das bessere Hotend, eine Elektronikbox die keinen nach oben offenen Lüfter mehr hat, einen stabileren Rahmen usw. usw.

Die Druckresultate

Nachfolgende Bilder zeigen das Modell der Titanic in einer Auflösung von 0.1mm gedruckt.

Das Modell ist im Maßstab 1:1000 und ebenfalls auf Thingiverse zu finden.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Welches Program nimmt man für den Drucker ? Ist da eines dabei ? Vorlagen oder so vorhanden ?
    Gruß Erich

    • Als CAM Programm – bei einem 3D-Drucker „Slicer“ genannt – gibt es verschiedene kostenlose Programme – wir benutzen aktuell das sehr gute CURA von Ultimaker in der aktuellen Version 4.1 – das funktioniert ganz hervorragend.
      STL Dateien zum Drucken findet man auf https.//thingiverse.com

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