Graupner Stiletto – ein Voll GfK Modell [UPDATE]

Nach dem ich in den letzten drei Jahren ziemlich viele Schaumwaffeln gebaut habe – darunter auch Segler wie z.B. die Multiplex Cularis – ist jetzt eine gewisse Abstumpfung für Schaumzeugs eingetreten. Da kam mir dann das Weihnachts-Angebot 2008 des „Himmlischen Hoellein“ gerade recht – der coole Stiletto Voll-GFK Segler von Graupner im Sondernangebot.Eine erste Recherche im Internet ergab fast keine Informationen zu demModell, nur ein kleinerArtikel in Heft 6/2007 der AUFWIND sollte existieren, war aber auf die Schnelle nicht zu finden. In Anbetracht des günstigen Preise wurde dennoch kurzerhand bei Hollein bestellt – und schon am darauffolgenden Tag bracht der DHL-Bote ein großes Paket.

Da ich beruflich viel zu tun hatte, konnte ich es erst am Samstagnachmittag öffnen. Der Inhalt war sehr gut verpackt – eine Menge Füllmaterial mußte enternt werden. Und dann folgte die Überrraschung.

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Der Inhalt präsentiert sich von aller erster Sahne. Sauber gearbeitete GFK-Teile – sorgfältig einzeln verpackt. Ein vollständiger Zubehörsatz in erstklassiger Qualität – alles solide Metallteile. Dann ein massiver, CNC-gefräster, verstellbarer Hochstarthaken und eine Menge passgenauer Gfk-Abdeckungen – so muß ein vollständiger Baussatz ausschauen.

An der Qualität der GfK-Teile gibt es nicht zu meckern. Die Flächen haben eine recht harte und druckstabile Oberfläche, die Servoausschnitte sind mit Carbon unterlegt. Die Ansteuerung aller Klappen erfolgt state-of -the-art-mäßig durch den Flügel hindurch von oben. Querruder und Wölbklappen sind mit Elasticflaps angeschlagen und mit schöner Dichtlippe versehen. Ein durchgehender Carbonholm und eine Carbon-Endleiste ist ebenfalls zu erkennen. Wieviel Carbon dann sonst noch im Flügel verbaut ist, kann man nicht sehen, aber die vordere Bereich der Fläche ist deutlich dunkler, was auf eine Carbon-D-Box hindeutet. Der Kohle-Holmverbinder ist rechteckig und passt perfekt. Der Rumpf macht auch einen sehr stabilen Eindruck – es wurden großzügig Carbon-Rovings eingearbeitet. Es sind vier Rovings durchgehend, dann ist der Kabinenauschnitt umlaufend verstärkt und auch im Breich des Hochstarthakens – so sollte der Rumpf einiges aushalten. Dazu sind im Rumpf beidseitig drei ca. 1cm breite Kohlebänder eingearbeitet. Die Steckungen passen alle saugend. Die Leitwerke haben schon angeformte Ruderhörner an den Leitwerksklappen und fertig montierte Kugelköpfe.

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Der Inhalt des Baukastens:

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Die Kleinteile:

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Die Bedienungsanleitung ist auch wirklich gut – Endlich sind hier mal die genauen Längen der Ruderhörner genau beschrieben, ebenso die Längen der Gestänge für die Klappen. Die Angabe von Schwerpunkt und Ausschlägen sind ebenfalls vorhanden. Wer die Bauanleitung zum Modell mal vorab lesen will, sollte die Webseite von Graupner besuchen.

Bauerfahrungen:

Der Bau ist nicht sehr aufwändig und geht recht schnell, vorausgesetzt man hat alle Komponeten bei der Hand. Als Servos habe ich die empfohlen DS-368 (Abmessungen ähnlich C-341 – 13mm Dicke) benutzt, die ich passenderweise aus meiner alten Simprop Solution ausbauen konnte. Bei der Anlenkung der Ruder im Tragflügel muss ein heftig gedremmelt werden:

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Um hier die maximalen Ausschläge bei den Wolbklappen zu erhalten, mußte die Dichtlippe im Bereich der Anlekung weggefräst werden. Der hintere Holm – großzügig mit Kohle verstärkt – mußte auch durchgefräst werden. Zuerst war mir da nicht wohl dabei – aber in der Bauanleitung erkennt man dass es dort ebenso gemacht wird.

Die Bohrungen für die Augenschrauben wurden mit 2,4mm Bohrer gesetzt, dann ein M3 Gewinde hineinschneiden, Messingteile eindrehen und mit Sekundenkleber sichern. Fertig! Dann kann man schon die Gestänge passend vorbereiten.  (Die Längenangaben zu den einzelnen Gestängen in der Anleitung sind hier sehr hilfreich!).Es werden M 2,5 Gewindestangen mitgeliefert – damit geht es ruck-zuck und ohne Löterei. Die fertigen Anlenkungen werden mit einem Troipfen dünnflüssigem Sekundenkleber gesichert.

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Der Rumpf ist von hoher Qualität und schon sehr weit vorbereitet. Zwar ist er vorne recht schmal ausgelegt, aber es passen 4 eneloop-Akkus in Blockform rein.

In der Nase ist bereits Blei einlaminiert und wenn man die von Graupner empfohlenen Komponenten benutzt, muß man am Ende nur noch wenig Blei hinzufügen. Es sind durchgängig breite Kohlerovings eingearbeitet. Auch ein Balastrohr ist bereits eingeklebt.

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 Blick in den Rumpf – Kohlerovings und Balastrohr

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Blick auf den eingeklebten Bleibalast in der Rumpfschnauze  

Die Röhrchen für die Anlenkung sind schon in den Rumpf eingeklebt und mit Stahldraht versehen. Auch die Kugelpfannen sind bereits an die Stahldrähte geklebt.

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Zum Schluß wird noch am Rumpf der Schlitz für den Hochstarthaken gefräst und der CNC-gefräste Alu-Hochstarthaken montiert.

Flugerfahrungen

Das Modell fliegt mit den in der Anleitung angebenen Ausschlägen sehr ausgeglichen. Auch der angegebene Schwerpunkt passt sehr gut. So kann das Modell von jedem Piloten mit Querruder-Erfahrung beherrscht werden.

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Bei schwachen Wetterlagen kann das Modell lange in der Luft bleiben. Werden die Klappen etwas abgesenkt, wird Thermik sehr gut angenommen. Hier kann der Stiletto mit Leichtwindseglern mithalten. Das Modell kann recht flach gekurvt werden.

Aber auch bei starkem Wind kann sich das Modell sehr gut durchsetzen. Zwar ist der Topspeed nicht so hoch wie bei einem F3B-Modell, aber wenn die Klappen etwas hochgenommen, nimmt die Grundgeschwindigkeit spürbar zu.

Dank des 4-Klappen Flügels ist das Landen auch bei beengten Verhältnissen problemlos. Die Butterfly-Stellung der Klappen wirkt sehr gut – das Modell wird langsam, sinkt sauber und bleibt dabei voll beherrschbar.

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Beim Vergleichsfliegen mit dem Cularis von Mutiplex liegt das Modell deutlich vorn – sowohl in der Steigfähigkeit im Aufwind als auch beim engen Kurven. Hier zeigen sich klar die Grenzen der Schaumwaffelflieger. Im Vergleich mit einem Flamingo von Tangent ist das Modell in punkto Wendigkeit besser, die sonstigen Leistungen sind gleich oder nur geringfügig besser.Dies zeigt dass ein gutes Styro-Abbachi-Modell mit Voll-Gfk durchaus mithalten kann.

Auch optisch ist der Flieger auf jeden Fall eine echte Augenweide und nach meiner Meinung sein Geld absolut wert.

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