Multiplex Microjet

Nachdem mein Picojet nach fast 6 Jahren Einsatz und zahlreichen Reperaturen wie eine „schwangere Bleiente“ durch die Luft segelte, war es Zeit für einen neuen kleinen Flitzer. Da der Händler gerade so schöne Sonderpreise für Multiplex-Produkte machte, wurde es ein Microjet. Das Modell ähnelt zwar sehr dem zweimotrigen Twinjet, den ich auch schon geflogen bin, ist aber erheblich kleiner und – zumindest subjektiv – auch deutlich schneller.

 

Staatlich geprüfter Funjet-Werfer

Zuhause angekommen wurden als erstes in verschiedenen Foren die Erfahrungsberichte zum Microjet studiert. Die Meinungen über den Flieger gehen ja weit auseinander, aber es war klar daß auf keinen Fall der beiliegende Speed400 Motor zum Einsatz kommt, sondern ein bürstenloser Antrieb.

HINWEIS: Anfängern im Modellflug kann man den Microjet nicht empfehlen. Der Flieger neigt bei unzureichender Motorisierung (der beiliegende Speed 400 Bürstenmotor ist da sehr grenzwertig) oder schwachem Wurf zum Durchsacken nach dem Handstart. Zudem neigt er bei zu eng geflogenen Kurven zum schwänzeln – was dann in einen abrupten Strömungsabriss übergehen kann. Der beiliegende Speed400 Bürstenmotor ist gemessen an der gelieferten Leistung zu schwer, um ein leicht beherrschbares Modell zu bekommen. Ein Bürstenloser Motor ist auf jeden Fall empfehlenswert und erhöht den Flugspaß enorm!

Der Antrieb

Der Antrieb sollte vor allem leicht sein, um dem Modell gutmütige Flugeigenschaften zu geben. Beim Herumstöbern im Internet fand ich dann eine Beschreibung von Multiplex zu einer Konfiguration, die man auf der Flugschau in Sinsheim im Frühjahr 2005 eingesetzt hatte. Dementsprechend habe ich das Modell ausgestattet:

  • Motor:             Permax BL-X 22-23 (Der Motor ist baugleich mit dem Flyware MicroRex 220-12-2300)
  • Luftschraube: Multiplex MPX Prop 5,5 * 4,5 (Best.Nr. 733141)
  • Regler:            Hacker X-20
  • Akku:              3 Zellen KONION 1100

Der Bau des Modells

Der Zusammenbau des Microjet ist eigentlich kein Problem, die sehr gute Bauanleitung erklärt eigentlich alles. Daher folgen hier nur ausgewählte Baubilder mit einer Beschreibung der Besonderheiten.


Als erster Schritt wurde die Wanne auf die Rumpfschnautze geklebt. Diese wird positioiert, dann auf einer Seite mit Klebeband fixiert, sodaß quasi ein Folienscharnier entsteht. Dann wird die Wanne weggeklappt, reichlich dickflüssiger Sekundenkleber aufgetragen und dann die Schnauze zurückgeklappt. Fest andrücken, fertig!

Als Motor kommt ein bürstenloser Permax BL-X 22/23 zum Einsatz. Der Motorträger wurde aus einem Alu-Kühlkörper aus einem alten PC-Netzteil gebastelt.

Zuerst wurde für den Motorträger eine eben Fläche ins Elapor geschnitten. Der Aluwinkel wurde dann auf der Unterseite mit Schmirgelpapier aufgerauht und dann mit dickflüssigem Sekundenkleber aufgeklebt. Mit Aktivatorspray das Aushärten beschleunigen.


Der Regler ist direkt an den Motor angelötet. Wenn die Drehrichtung nicht stimmt, ist das beim Hacker X-20 kein Problem – man kann bei diesem Regler auch die Drehrichtung umprogrammieren!

Es stellte sich heraus, das die alten Multiplex MSX-2 Servos am besten in die Aussparungen der Tragflächen passen. (es passen auch Graupner C-241, Simprop SES-100, JAMARA Blue Atom und andere baugleiche GWS-Servos der 9 Gramm Klasse). Da die Servos mit Sekundenkleber eingeklebt werden sollen, wurden diese vorher mit Gewebeband umwwickelt, damit kein Kleber in das Servo eindringen kann…

 

Vor dem Einkleben werden noch die Verlängerungskabel angelötet. Ca. 25cm verdrilltes Kabel reichen aus. Das Servo wird dann mit ein paar Tropfen dickflüssigem Sekundenkleber und Aktivatorspray eingeklebt. Anschließend können die Anlenkungen montiert werden.

Die sonstige Fertigstellung erfolgt nach Anleitung – es sind eh nur noch die Seitenflossen einzukleben. Man sollte dem fertigen Flieger unbedingt ein wenig „Farbe“ gönnen und den Dekorbogen aufkleben. Die Fluglage des Modells ist sonst bei blauem Himmel schlecht zu erkennen

Hier ist der Blick in das flugbereite Modell. Der Akku liegt an der vorgesehenen Stelle und ist mit Klettband befestigt. Der Regler liegt unter der weißen Abdeckung direkt hinter dem Motor. Um die Abdeckung zu befestigen sind hinten noch zwei kleine Magnete im Rumpf eingelassen, im Rumpfdeckel zwei kleine M3-Schrauben als Gegenstück.

In die Motorabdeckung wurden noch zwei kleine Lufteinlässe eingeschnitten, da das Motörchen bei Full-Speed doch recht warm wird…

 

Lanzeiterfahrungen nach der ersten Saison

Das Multiplex-Hinweisblatt zum Einsatz des Permax BLX-22 im Microjet empfiehlt die Verstärkung der Hinterkante mit einem Kohleroving. Ich hatte mir das zunächst gespart, aber nach rund 20 Flügen bildete sich ein langer Riss am Übergang zwischen Fläche und Rumpfende.

Dieser wurde dann mit Sekundenkleber repariert und auch gleich ein Roving mit dünnflüssigem Sekundenkleber auflaminiert.

Bei einem der nachfolgenden Flüge änderte sich das Geräusch der Luftschraube. Der Motor klang nicht mehr so „turbinenartig“ sondern hatte einen merkwürdig ratternden Klang. Mitten im Flug gab es einen lauten Knall. Ich habe sofort den Motor abgestellt und bin gelandet. Ein Blatt der Luftschraube war im Flug abgebrochen und durch die entstandene Unwucht wurde fast der Alu-Winkel des Motorträgers abgerissen! Hier gibt es dann das Resultat zu sehen:

Hier nochmal der Blick von oben.

Daraufhin mußte ich einen neuen Aluwinkel anfertigen und einkleben. Auch die Luftschraube wurde durch eine Graupner CAM Speed 5,5*4,3 ersetzt. Damit geht das Modell deutlich besser (also schneller) als mit der weichen MPX-Latte. Zwar kostet die Graupner-Latte nahezu das doppelte wie die MPX, aber sie scheint es auch wert zu sein.

Zentrale Rumpfverstärkung

In derzweiten Saison ist einer unserer Microjets einfach der länge nach in der Mitte durchgebrochen. Ursache ist die fehlende obere Verbindung weil bei Brushless-Betrieb die hintere, ober Rumpfabdeckung nicht wie vorgesehen aufgeklebt sondern nur aufgelegt ist. Daher sind wir dazu übergegangen, diese Schwachstelle dadurch zu beheben, dass wir einen 1*6mm großen Kohleholm (Best.Nr. 877 von Graupner) auf der Oberseite in das Modell einzukleben.

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Hier ist an beiden Microjet-Modellen deutlich zu erkennen, wo die Holme auf der Oberseite eingeklebt sind.

Noch ein Hinweis: Seit Sommer 2008 ist der Microjet in Weiß in der Auslieferung. Es wird jetzt auch nur noch ein „Teilesatz“ geliefert, d.h. der Speed400 Bürstenmotor wird nicht mehr mitgeliefert. Die Blaue Version ist offiziell nicht mehr lieferbar, ist aber immer noch als „Altware“ bei verschiedenen Händlern zu finden.

Noch mehr Infos zum Microjet gesucht?

Hier noch weitere Erfahrungsberichte, die lesenswert sind:
http://www.m96.de/modellbau/microjet.php   
http://www.sptotal.de/flugvirus/microjet.html
http://blog.koneweb.com/archives/214
http://lipoly.de/modellbau/modelle/microjet/index.html
http://schnurzz.de/know/pimp-my-mj.pdf

 

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