Funny Fast Bird

Eher zufällig wurde ich im Internet auf einen kleinen SAL-Segler namens „Funny Fast Bird“ mit 60cm Spannweite aufmerksam – und dank Suchmaschine war der Hersteller schnell gefunden:  DeckerPlanes – auch unter dem Namen AFF-CNC bekannt. Auf seiner Webseite (www.decker-planes.de) bestellt, brachte schon zwei Tage später der Postbote ein kleines Päckchen vorbei.

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Nach dem Öffnen des Kartons folgte dann die Überraschung: Lasergeschnittene Bauteile! Das ist einfach nochmal eine Nummer besser als die CNC-Kästen – und bei den kleinen Teilen für diesen schnuckeligen Flieger wohl auch nötig. Hier folgt nun meine persönliche, bebilderte Bauanleitung und die Erfahrungen zum Flug.

 

 


Der Baukasten

Erst mal öffnen wir den Karton und ergötzen uns an dem dargebotenen Inhalt: Erstklassige, lasergeschnittene Bauteile aus selektiertem Balsaholz, Carbonteile für Rumpfrohr, Anlenkungen und Wurfgriff, Kevlarfaden für die Anlenkung und alle Schrauben und Muttern. Der Bauplan ist im Maßstab 1:1 und in Farbe.

Das lässt uns auf ein paar genussvolle Bastelstunden hoffen.

Zum Bau sind dann noch folgende Werkzeuge sinnvoll:
–  Balsamesser oder Cutter
–  Stecknadeln
–  Schleiflatte mit 100er Schleifpapier
–  Kleine Puck-Säge fein
–  Sekundenkleber – am besten beide Sorten – dickflüssig und dünnflüssig
–   Aktivatorspray

Es geht los: Der Bauplan wird auf ein gerades Brett geheftet und mit transparenter PE- Folie abgedeckt, um ein Verkleben der Bauteile mit dem Plan zu verhindern.

Alle Brettchen und Kleinteile werden aus dem Karton entnommen. Die Stege der Bauteile in den Brettchen gemäß den Bauschritten mit einem scharfen Messer entfernen und die Teile auslegen, ggf. die noch überstehenden Teile vorsichtig beschleifen. Die Bauteile werden nun den einzelnen Bauabschnitten Rumpf, Tragfläche und Leitwerk zugeordnet. Durch diese vorbereitenden Maßnahmen mache ich mich mit den Bauteilen und deren Platzierung vertraut.

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HINWEIS:
Alle Klebestellen des Baukastens sind mit Sekundenkleber zu verkleben. Holzleim ist wegen des Verzuges der kleinen Bauteile (Wassergehalt!) nicht geeignet.
Um kleinste Klebestellen auch mit entsprechend geringen Mengen Sekundenkleber zu erreichen, empfiehlt sich der Einsatz einer Kunststoffkanüle auf der Kleberflasche.


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Zuerst das Mittelteil aus den 2 Halbrippen, der Mittelrippe und dem Holmverbinder  herstellen. Den verklebten Rippenblock auf den Tisch legen und den Holmverbinder einschieben. Mit den Randbögen unterlegen, symmetrisch ausrichten und mit dünnflüssigen Sekundenkleber verkleben. Die spätere V-Form der Fläche wird automatisch durch den Holmverbinder erreicht.
Den unteren Holm 2×3 mm nach Plan auf das Baubrett heften. Die mittlere Rippe mit den dazu gehörenden Halbrippen je Seite und dem Holmverbinder nach Plan passend zusammenkleben. Dieses Teil mit der zweiten
aufgeschobenen Rippe auf den fixierten unteren Holm kleben. Die zweite geteilte Rippe der Flächenhälfte an den Holmverbinder kleben.

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Die restlichen Rippen der Flächenhälfte nach Plan sortieren und dann auf den unteren Holm kleben. Dazu die Rippen auf den Holm aufstecken und dann mit einen kleinen Tropfen dünnflüssigem Kleber benetzen.
Den hinteren Hilfsholm 2×3 mm in die Rippen einschieben und die Rippen beschweren, damit alles eben aufliegt. Dann alles mit wenig dünnflüssigem Kleber verkleben.
Anschließend die Endleiste vorbereiten: nach Plan im Winkel anschrägen und an die Mittelrippe im Winkel anpassen. Nun Endleiste an die Rippen anschieben, auf dem Baubrett mit Nadeln fixieren und die Rippen nach dem Ausrichten mit dem Hilfsholm und der Endleiste verkleben. um Schluß den Oberen Holm einlegen (dabei leicht hin und her bewegen) und mit den Rippen verkleben. Dazu dünnflüssigen Sekundekleber in geringen Mengen auf die Klebestellen geben.

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CfK-Nasenleiste an der Mittelrippe und den inneren zwei  Rippen beginnend ankleben. Schrittweise nach außen arbeiten. Dabei mit Nadeln die Enden fixieren, um die Hande frei zu haben.
Beim Verkleben der Nasenleiste eine 2mm breite Lücke für das Einkleben des Flächendübels offen lassen.
ACHTUNG: Hier möglichst mit CA-Aktivator arbeiten, die Spannung ist nicht zu unterschätzen. Sauber geklebt, hält es ein Fliegerleben lang. Falls es trotz Aktivator nicht hält, ist in der Regel der verwendete Sekundenkleber überlagert (also zu alt) und hat damit seine Festigkeit verloren. Dann sollte man sich schnell ein neues Fläschen besorgen…

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Flächenhälfte vom Baubrett nehmen und überstehende Holme, Nasen- und Endleiste mit Pucksäge abtrennen. Flächenende überschleifen und an der Endrippe den Randbogen mit dickflüssigem Sekundenkleber ankleben.
Randbogen nach dem Profil der Rippen verschleifen und zum Schluss nach dem im Plan dargestellten Schnitt verrunden. un unteren Holm der zweiten Flächenhälfte auf dem Plan fixieren, fertige Flächenhälfte unterlegen und nach Plan ausrichten. ann Holmverbinder und zweiten Holm verkleben. Anschließend zweite Flächenhälfte wie gehabt aufbauen. Dann die Mitte des Verstärkungs-plättchens anhand des Plans markieren und mittig auf die Endleiste kleben.

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Beim Verkleben der Nasenleiste eine 2mm breite Lücke für das Einkleben des Flächendübels offen lassen. Den Flächendübel selbst (aus einem 2mm CFK Reststück der Nasenleiste) erst nach dem Bebügeln der Fläche in die Mittelrippe einkleben. Die Wurfstiftverstärkung aus Balsa nach Plan gegen die Holme und Rippen kleben; für Linkshänder an die andere (rechte) Flächenhälfte. Dem Wurfstift erst nach dem Bebügeln der Fläche einkleben. Verstärkungsplättchen des Wurfstiftes je nach Belieben unter die Folie oder nach dem Bügeln aufkleben. Folie dann bis fast an den Rand der Verstärkung entfernen.


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Seitenteile mit Nadeln auf dem Baubrett fixieren. Verstärkungen mit dickflüssigem Sekundenkleber unter Zuhilfenahme der Rumpfspanten R 1 / 2 an den Seitenteilen gut verkleben. Dabei die Rumpfspanten zunächst noch nicht einkleben. ACHTUNG: Unbedingt darf achten daß je ein rechtes und ein linkes Seitenteil hergestellt wird  Die Leisten 4×4 und 2×4 ablängen und die Leisten bündig an der Rumpfinnenverstärkung bis zum Rumpfende hin ankleben. Anschließend den Überstand mit der Pucksäge absägen und die Enden der Seitenteile beischleifen. Spanten R1 und R2 rechtwinkelig in ein Seitenteil einkleben. Anderes Rumpfseitenteil mit den Spanten verkleben. Dabei auf Symmetrie des Rumpfes in der Längsachse achten!

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Flächen 1 Rohraufnahme aus R3-R6 herstellen. R5 leicht anbiegen, sodass der Winkel mit R3 und R4 übereinstimmt und mit R3 und R4 verkleben. Die Muttern in R6 nach Plan bündig einkleben. Die schmale Seite der Mutter von R6 ist außen. Dann R6 unter R5 ausrichten und miteinander verkleben. Flächen-Rohraufnahme zwischen die Rumpfseitenteile einstecken, Rumpf ausrichten und verkleben. Rumpfober- und -unterteil plan verschleifen.

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Nun Rumpfunterseite mit B1, B2 und B3 beplanken. Dabei auf Maserung achten – B1 und B2 sind quer zum Rumpf (mehr Festigkeit), B3 ist längs (zur besseren Schleifbarkeit) aufgeklebt. Die Rumpfnase wird aus den Teilen N1 und N2 hergestellt.ACHTUNG: Diese Teile sind nicht symmetrisch.
Überstehende Leisten und Beplankung an Spant R1 kürzen und plan schleifen. Dann Rumpfnase mittig und bündig an untere Rumpfbeplankung an Spant RI ankleben. Anschließend obere Beplankung B4 an die Rumpfspitze und Rumpf ankleben.

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Den Rumpfdeckel aus B5 / 7a vorne / 7b und den Bowdenzugröhrchen nach Plan herstellen. Deckel bitte nicht im Eifer des Bauens mit dem Rumpf verkleben!
B6 mit B7a hinten verkleben, ein Stückchen Bowdenzughülle ankleben und das so erstellte Teil zwischen die Rumpfseitenteile kleben.

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Das mit Teil 6 verklebte 7a liegt hinten bündig an Spant R2 an. Mit dem erstellten Rumpfdeckel kontrollieren, ob die Teile auch genau passen. Verriegelungsstift aus 0,8mm Stahldraht nach Plan biegen und in die Bowdenzughülle einstecken. Die 3 Teile des Überganges von Rumpf zum Heckrohr auf das Rohr schieben, in die richtige Position bringen und an den 4 Ecken mit sehr wenig (!) Sekundenkleber heften. Dann den Block vom Rohr abziehen und an den Stoßkanten gut mit dünnerflüssigem Kleber verkleben. Das Rohr mit dem Übergang in den Rumpf schieben, an den Ecken anheften, das Rohr wieder entfernen und das Teil mit dem Rumpf gut nachkleben. Nun den Rumpfübergang nach Bauplan verschleifen. Fläche auflegen und Rumpfseitenteile gemäß Fläche vor Spant R3 etwas anschrägen, damit die Fläche satt auf dem Rumpf und R5 aufliegt.


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Leitwerke und Ruder mit den Absperrungen verkleben. Wer eher normal landet, kann die lange Absperrung beim Seitenleitwerk
verwenden. Die Ruderflächen und das Leitwerk an den Kanten leicht verrunden. An den Scharnierflächen der Ruder beide Seiten schräg schleifen, um ausreichend Ruderausschlag und Platz für den 0,3-mm-Stahldraht zu erhalten. Dazu Ruder an die Tischkante legen und mit Schleiflatte unter 45 Grad nach Plan schräg schleifen.Die Ruderhörner werden erst bei der Endmontage nach dem Bespannen angeklebt.

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Der Pylon wird mit Hilfe des mit Schleifpapier umwickelten Heckrohres verschliffen. Das Schleifpapier sollte idealweise Körnung 80 oder 100 haben. Dabei bitte vorsichtig losschleifen.Nur mit wenig Druck langsam hin- und herbewegen, bis eine Rundung auf ganzer Breite entstanden ist. Wenn es beim ersten Mal nicht gelungen ist, keine Panik – dem Baukasten liegt ein Ersatzpylon bei.

Jetzt sind alle Teile rohbaufertig, es kann mit dem Bebügeln des Modells begonnen werden.


Auf verzugsfreies Bügeln aller Teile achten. Bügeleisentemperatur nur soweit einstellen, dass die Folie gerade anfängt zu schrumpfen! Es wird eine leichte Bügelfolie empfohlen, z.B. Oracover light oder Grauper Ecospan.
Beim Bügeln der Fläche die Folie 5mm am Flächenknick überstehen lassen. So kann die zweite Seite übergebügelt werden und man bekommt auch in der Mitte eine faltenlose, straffe Bespannung.

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Die Ruderflächen wenn möglich mit der Folie anbügeln. Das spart ganz erheblich Gewicht! Dann Folie am Seitenleitwerk an den Klebestellen für das Heckrohr entfernen. Die Klebestellen mit einem Filzstift markieren und dann mit dem  Lötkolben die Folie durchbrennen und entfernen. So bleibt das Balsa unverletzt und es entsteht keine Kerbe. Nun Leitwerk nach Plan ausrichten und in das Heckrohr einkleben.

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Den Pylon mit reichlich dickflüssigem Sekundenkleber mittig unter das Höhenleitwerk kleben. Heckrohr zuvor ein wenig mit Schleifpapier aufrauen! Dann Höhenleitwerk auf das Heckrohr nach Plan waagerecht aufkleben. Ggf. mit Aktivatorspray arbeiten. Mit dem Seitenleitwerk auf Rechtwinkligkeit kontrollieren.Heckrohr mit aufgeschraubter Fläche am Rumpfboot ausrichten und am Rumpfübergang festkleben. Fläche entfernen und das Heckrohr am Spant R3 rundherum festkleben.

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Die Torsionsfedern für die Leitwerke mit einer Zange nach Plan biegen. Mit einer Nadel die Löcher für den Draht nach Plan jeweils in Ruder und Flosse herstellen. Federn einstecken und kontrollieren, ob alles richtig funktioniert. Die Ruderhörner vom Leitwerk nach Plan einkleben. Die
Fadenanlenkungslöcher nach Plan vorsichtig am Heckrohr bohren.
Faden mit einem Knoten am Ruderhorn befestigen und durch das Loch im Heckrohr fädeln. Servo in Neutralstellung bringen und bei eingeschalteter RC-Anlage den Faden durch das Ruderhorn fädeln. Den Faden mehrmals um sich selber wickeln, Faden soweit spannen, dass das Ruder neutral steht, zum Schluß die umwickelte Stelle mit Sekundenkleber verkleben. Die zweite Ruderanlenkung auf die gleiche Art und Weise fertigen.


Die RC- Einbaukomponenten sollten möglichst ein Gesamtgewicht von 25g nicht überschreiten.
Schwerpunkt: ca. 55-57mm ab Nasenleiste gemessen

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Empfohlene Servos: idealerweise mit maximal 8mm Breite also z.B. 2 x FS31 (Robbe); GWS IQ-080 o.Ä.
Empfänger: GWS 4P, Schulze Alpha 5, JET REX4 MPD o.ä. anderer Hersteller mit ähnlichen Abmessungen.
Akku:  1 LiPo Zelle 145 mAh.

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Die beiden Servos mit einem Doppelklebeband in der Mitte zu einem Block verkleben. Einmal Tesa herumwickeln und dann diesen Block in den Rumpf setzen. Bei 5 Gramm Servos wie z.B. den GWS 080 passt das haargenau. Vier winzige Tröpfchen Sekundenkleber an die Ecken – fertig!

Rudereinstellungen: Ausschläge: +/- 5 mm

Zu den Ruderauschlägen:
Wenn Sie vorwiegend in der Ebene fliegen, reichen Ausschläge von bis zu fünf Millimetern. Erwischen Sie dort einen Bart, können Sie die Ausschläge per Dual Rate locker verdoppeln. Mit ordentlich Thermik unter den Flügeln kreisen Sie mit dem Radius eines ausgestreckten Armes unter den Wolken. Ähnliches gilt für den Flug am Hang: wenn es gescheit trägt, hoch mit den Ruderausschlägen – Sie werden sich wundern, wie Sie mit dem „Funny Fast Birdy“ an der Kante herumturnen können. Wenn es der Sender zulässt: Programmieren Sie ein Dual-Rate um zwischen großen und kleinen Ausschlägen umschalten zu können.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für diesen Artikel!
    Ich wollte mit diesem kleinen Modell anfangen, Balsa-Modelle zu bauen. Ich hatte mir die Anleitung von Decker runtergeladen, und ohne Bilder nicht viel verstanden! Mit dieser bebilderten Anleitung traue ich mir jetzt den Bau zu.
    Vielen Dank dafür!
    Tobias

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